Sonntag, 14. April 2019

UNERHÖRTE MUSIK - NEWSLETTER 2019 | Nr. 08 16. und 23. April

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NEWSLETTER 2019 | Nr. 08
16. und 23. April


„The eye should learn to listen before it looks“
(Robert Frank)

Liebe Interessierte,
spät, aber er kommt: 
der aktuelle Newsletter mit der Ankündigung der nächsten zwei Konzerte, die von zwei Solistinnen bestritten werden, deren Konzepte unterschiedlicher kaum sein könnten: 
am kommenden Dienstag, 16. April, wird die aus Aserbaidschan stammende Pianistin Fidan Aghayeva-Edler Komponistinnen vorstellen, deren unterschiedlichste Lebensläufe eng mit Berlin verbunden sind, wie derjenige der Musikerin selbst …

Zuwanderungen
Sie schreibt dazu:
„Das ausgewählte Programm bezieht sich auf Musik ausschließlich von Komponistinnen, im Gegensatz zu Konzertprogrammen mit Musik von Komponisten als überwiegendes Prinzip im Betrieb der traditionellen Konzertsäle. 
Die Balance zwischen sehr bekannten und wenig bekannten Komponistinnen ist ausgeglichen. Besonderer Wert liegt auf der Wiederentdeckung in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen, die wegen ihres Geschlechtes in der Gesellschaft nicht akzeptiert wurden. Die Verbindung aller Komponistinnen ist die Stadt Berlin, wo sie zu unterschiedlichen Zeiten tätig waren oder immer noch sind. Berlin ist auch die Wahlheimat der Pianistin.“
Auf dem Programm stehen Werke von Margarete Huber, Mayako Kubo, Ruth Zechlin, Verdina Shlonsky, Sarah Nemtsov, Ursula Mamlok, Naomi Pinnock und Unsuk Chin.

Am darauffolgenden Dienstag, 23. April stellt die Schlagzeugerin Louisa Marxen (mit dramaturgischer Beratung von Iñigo Giner Miranda) ihr erstes grosses Solo-Projekt mit zeitgenössischer Musik vor:
Schlagzeug und andere Dinge
Drei Komponist*innen haben ihr Stücke «auf den Leib geschrieben»: 
Carola Bauckholt, Iñigo Giner Miranda und Fritz Hauser.
Ergänzt wird das Programm durch Werke von François-Bernard Mâche und Thierry de Mey. Allen gemein ist der kreative Einsatz des Schlagzeugs, dessen Potential voll ausgeschöpft wird. Neben dem klanglichen Aspekt wird die Performance einen betont szenischen und musiktheatralischen Charakter haben.

Einführung: 19:45
Dienstag, 16. April 2019 | 20:30 Uhr
Zuwanderungen
Fidan Aghayeva-Edler, Klavier
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Zuwanderungen -

Musik Berliner Komponistinnen


Verdina Shlonsky
Pages from the Diary (1949)
Dream
Vision
Grotesque
Song
Meditation
Good Humor
Twilight
Remembrance
Merry-Go-Round

Charakteristische Eigenschaften des Stils von Verdina Shlonsky sind Polytonalität, die Verwendung volkstümlicher Elemente (hauptsächlich aus der russischen, der ukrainischen und der Klezmer- Tradition) und die Anspielung auf Musik anderer Komponisten. Im Zyklus Pages from the Diary (Seiten aus dem Tagebuch) (1949) verweist sie auf Musik von Bartók, Strawinsky, Debussy und Webern. In den neun kurzen Stücken gibt es toccatenartige Passagen, melancholische Bearbeitungen von Volksliedern und mehrere polytonale Strukturen. Die Verbindung traditioneller und sehr moderner Elemente geht auf Erfahrungen und Beobachtungen zurück, die Verdina Schlonsky seit ihrer Kindheit gemacht hat. Ihr Vater Tuvia war Anhänger der konservativen hassidischen Bewegung; ihre Mutter Tzippora diente im Gegensatz dazu mit ihrem ganzen Herzen der russischen Revolution.

Verdina Shlonsky (1905-1990), die erste israelische Komponistin, ist sowohl professionellen Musikern als auch dem breiten Publikum weitgehend unbekannt. In Krementschuk im Russischen Reich geboren, konnte sie ihre musikalische Ausbildung in Wien fortsetzen, als ihre Familie 1921 nach Palästina zog. Anschließend studierte sie in Berlin bei Arthur Schnabel und Egon Petri. Neun Jahre später fasste sie den Entschluss, sich der Komposition zu widmen. Sie ging nach Paris, um weitere fünf Jahre mit Nadia Boulanger, Max Deutsch und Edgar Varèse zu studieren. Seit dieser Zeit führte sie eine Korrespondenz mit führenden Künstlern in Europa, u. a. mit Pierre Boulez, Marc Chagall, Henri Dutilleux, Georges Enesco, Jascha Heifetz, Yehudi Menuhin, Darius Milhaud und Igor Strawinsky. Während der Kriegsjahre lebte sie zuerst in London und verdiente ihren Unterhalt als Näherin und Café-Pianistin. Durch die politische Situation in Europa war Verdina Shlonsky gezwungen, nach Tel Aviv zu ziehen. Obwohl sie mit mehreren ersten Preisen ausgezeichnet worden war (u. a. beim Pariser Wettbewerb für Komponistinnen und beim Internationalen Bela-Bartók-Wettbewerb in Budapest), wurde sie als Komponistin in ihrer neuen Heimat nicht akzeptiert; ihre Musik mit ausgeprägtem europäischen Fundament blieb in Israel fremd. Kritisiert wurde auch ihr fehlendes Interesse an der „muzika mizrahit“, einer Form der jüdisch-orientalischen Musik. Und nicht zuletzt fehlte es in einer patriarchalisch orientierten Gesellschaft an Akzeptanz für eine Komponistin, die als Frau ihre künstlerische Unabhängigkeit leben wollte. Bis zum Ende ihres Lebens hat sie ihren Unterhalt nur durch Klavier- und Zeichenunterricht verdient. Sie starb 1990 in ihrer Wohnung, arm und einsam. Als musikalisches Erbe blieben ihre Kantaten, unzählige Lieder, Klavierkonzerte, Bühnenmusik, Kammermusik und nicht zuletzt ihr umfassendes Œuvre für Klavier solo.

Unsuk Chin
Etude Nr. 4 (Scalen) (1995/2003)

Etude Nr. 4 (Scalen) ist eine Auftragskomposition der Washborn University und gehört zum Zyklus «12 Piano Etudes».
Unsuk Chin wurde in Seoul geboren und studierte bei György Ligeti in Hamburg, lebt nun in Berlin. Sie ist die Trägerin des Grawemeyer Award 2004 für ihr Violinkonzert sowie des Arnold Schönberg Preises 2005 und des Heidelberger Künstlerinnenpreises 2007. Ihr Schaffen umfaßt sowohl elektronische als auch akustische Kompositionen. Für ihre Werke gewann sie weltweite Aufführungen durch führende Orchester, Ensembles für Neue Musik sowie Solisten * zu den Interpreten ihrer Musik zählen Dirigenten u.a. wie Kent Nagano, Sir Simon Rattlesowie die Geiger Viviane Hagner und Christian Tetzlaff; ihre Werke wurden u.a. vom Bayerischen Staatsorchester, den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra gespielt, ebenso vom Ensemble Intercontemporain, der London Sinfonietta, dem Ensemble Modern und dem Kronos Quartet.


Ursula Mamlok
2000 Notes (2000)
I Gruff
II Quarter Plus Sixteenth Equals 72 Plus
III Quarter Equals
IV Dotted Eighth Equals 100

Mamloks Werk 2000 Notes aus dem Jahr 2000 ist eine vierteilige Suite von außerordentlicher Klarheit und ausgewogenem Klang. Es ist ausgezeichnet durch einen komplexen Rhythmus, der organisch mit der Hauptstruktur der Sätze verwoben ist. Die vier Sätze sind in nahezu klassischer Form komponiert: es treten in Miniaturform ein Sonatenallegro, ein Scherzo, ein langsamer Satz und ein Finale auf. Durch die Positionierung des Scherzos an zweiter Stelle wird der langsame Satz zum Mittelpunkt des Zyklus.
Aufgrund ihres jüdischen Erbes war Ursula Mamlok gezwungen, Europa 1939 zu verlassen. In New York erhielt sie Kompositionunterricht u. a. bei Roger Sessions und Ralph Shapey und Klavierunterricht bei Eduard Steuermann. Die Begegnung mit Ernst Krenek und der Musik Arnold Schönbergs 1944 im Black Mountain College war der Beginn ihrer Auseinandersetzung mit der Dodekaphonie. Im freien Umgang mit der Zwölftontechnik entwickelte sie einen eigenen Stil. Ursula Mamloks Werke sind kurz und auf das Wesentliche konzentriert, und doch schafft die Komponistin einen sinnlichen Klangfarbenreichtum, der von spannungsreichen Kontrasten geprägt ist. In den USA wurden ihre Werke von bekannten Ensembles, darunter «Group of Contemporary Music», «Continuum» oder «Music in Our Time» aufgeführt. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen: Sextett (1977); Der Andreasgarten (1987), ein Gemeinschaftswerk mit ihrem Mann Dwight Mamlok, der die Gedichte dazu schrieb; schließlich ihr Hauptwerk Constellations (1991) für großes Orchester. Ursula Mamlok lehrte an der Manhattan School of Music Komposition, ihre Werke wurden von C. F. Peters und Boosey & Hawkes veröffentlicht. 2006 entschloss sie sich, nach Berlin zurückzukehren, wo ihr der Start in eine zweite Karriere gelang. Ihre Kompositionen wurden von Heinz Holliger, Kolja Lessing, Hartmut Rohde, Holger Groschopp, Spectrum Concerts Berlin, modern art ensemble u. v. a. aufgeführt.

Margarete Huber
Green (2018)

Die Komposition „GREEN“ ist Fidan Aghayeva-Edler gewidmet, und wurde im März 2018 am „Orléans Concours International de Piano“ in Frankreich uraufgeführt. „GREEN“ ist eine Art Gespräch der Pianistin mit sich selbst, über ihre Vergangenheit, besondere Erinnerungen, widerstreitende Gefühle, Schmerzhaftes und Erlösendes. Ausgangspunkt des Komponierens waren Fragen an die Pianistin zur persönlichen Geschichte ihrer Migration, zu akustischen Erinnerungen, und zum Thema „Innere Migration“. Die Komposition spielt mit den Ebenen des Live-Klaviers und den Klavierklängen des Zuspiels. Polyharmonik, Polyrhythmik, Cluster-Klänge, Triller-Flächen, harmonische Überlagerungen, die explizite Nutzung aller Tasten des Klaviers vom tiefsten bis zum allerhöchsten Ton, ungewöhnliche Form-Verläufe, und eine abstrahierende Auseinandersetzung mit aserbaidschanischer Mugham-Musik, waren dabei im Zentrum der kompositorischen Arbeit. Konkretes wie etwa „Klänge von Stöckelschuhen auf den staubigen Straßen Bakus“ lösen sich dabei als pulsierend- rhythmische Felder in der Abstraktion auf, melodische Fragmente und Verzierungen werden zu gestischen Parametern, harmonisch Stabiles wird stetig in Bewegung gebracht, feste Bezüge verschieben sich, und es bilden sich neue Korrespondenzen und Konturen.
Margarete Huber, Komponistin und Sängerin (Berlin). Studium an UdK und HU Berlin und in Bremen. Meisterkurse bei György Kurtag, Barbara Schlick und Nigel Rogers. Internationaler Musikwettbewerb für Junge Kultur (2.Preis), Prix Marguerite de Reding (1.Preis), Infernale (1.Preis) Stipendien: Musiktheater-Akademie Festspielhaus Hellerau, Kunstfestival Begehungen, Markel-Stiftung, Förderungen: Berliner Hauptstadtkulturfonds (2x), Guardinistiftung. Kompositionen für Konzert, Oper, Musiktheater, Orchester und Elektronik. Gesang in Opern und Konzerten aller Epochen, über 60 Uraufführungen. Aktuelle Werke: Kammeroper "Schattenlos" ( Schlossplatztheater/ Junge Oper Berlin, Streichtrio "Jetzt" ( Festival Klangwerkstatt), "Green" ( Orléans Concours de piano). Aufführungsorte: Festspielhaus Hellerau Dresden, Konzerthaus Berlin, Festival Randspiele, Unerhörte Musik, Festival Diagonale, Musica Antiqua Montenegro, Schlossplatztheater /Junge Oper Berlin, Tonlagen Festival, Sophiensäle Berlin, Musiktheatertage Wien, Deutschlandfunk Kultur,Theaterfestival München, Transartfestival, Greek opera Festival, Woodhouse opera London, Staatsoper Hamburg, Schlosstheater Rheinsberg u.v.m.

Sarah Nemtsov
Passacaglia (2015)

«Passacaglia», Auftrag der Festspiele Europäische Wochen Passau e.V.
«Silence is so accurate.» (Mark Rothko)
«Die Form der Passacaglia ist subkutan - «archäologisch» wird sie mit den Klängen freigelegt, verschiedene «Fundstücke» tauchen auf, Fossilien quasi, im Gestein, die ursprüngliche Form wird aber nicht mehr vollständig zu rekonstruieren sein.»
Sarah Nemtsov wurde 1980 in Oldenburg geboren. Sie studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter 2012 den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA und 2013 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin. 2016 gewann sie den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb, 2018 den Oldenburger Kompositionspreis. Sie arbeitet mit namhaften Ensembles und Orchestern zusammen (u.a. Ensemble Adapter, ensemble mosaik, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Lux:NM) und ihre Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt (u.a. Donaueschinger Musiktage, Ultraschall, MaerzMusik Berlin, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, ECLAT, Wien Modern, Bregenzer Festspiele). Sarah Nemtsovs Musik ist häufig von der Auseinandersetzung mit Literatur geprägt. Immer wieder versucht sie, die Schwelle zwischen Konzert und Musiktheater auszuloten. Urbanität, Gleichzeitigkeit und chaotische Formen beschäftigen sie in ihren neuesten Kompositionen, in denen auch Elektronik eine wichtige Rolle spielt, wichtiger wird auch das Politische.

Ruth Zechlin
Drei Minuaturen (1989)

«Die `Drei Miniaturen` waren kleine Gelegenheitsgedanken, gezielt für Freunde geschrieben. Als mich mein Freund Hans Werner Henze um einen musikalischen Beitrag für sein Musikfest in Montepulciano bat, fasste ich drei Miniaturen zusammen und überließ ich ihm. Deshalb wurden diese frei-notierten Stücke in Italien uraufgeführt.»
Ruth Zechlin (1926 - 2007) war eine deutsche Komponistin, Cembalistin und Organistin. Sie gehörte zu den wichtigsten Komponistinnen Deutschlands. Im Jahr 1990 war sie Rektorin der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und von 1990 bis 1993 Vizepräsidentin der Akademie der Künste zu Berlin. Ihre Werkliste umfasst mehr als 300 Werke unterschiedlichster Besetzung. Für ihr vielseitiges Schaffen erhielt sie mehrere Ehrungen und Auszeichnungen, so u.a. 1965 den Kunstpreis der DDR und 1997 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der BRD.

Naomi Pinnock
Lines and Spaces (2015)

«Lines and Spaces», ein Auftragskomposition von Royal Philharmonic Society.
«Während ich diese Miniaturen komponierte, kam ich immer wieder zu Agnes Martins äußerst einfachen Gemälden zurück. Sie haben mir immer wieder gezeigt, wie viel mit Linien und Räumen möglich ist. Sie sind nur Gitter und Linien, und dennoch erwecken sie viel mehr durch die zarte Farbschicht und schöne Unvollkommenheiten. Diese Miniaturen schwanken zwischen Komprimieren oder Ausdehnen, wodurch eine fette Linie oder subtile Bänder von schwachen Farben erzeugt werden.»
Naomi Pinnock wurde 1979 in West Yorkshire (UK) geboren. Sie studierte Komposition bei Wolfgang Rihm an der Hochschule für Musik Karlsruhe, Harrison Birtwistle am King College London und bei Brian Elias an der Royal Academy of Music in London. Mit dem Schwerpunkt, Musik auf das Wesentliche zu reduzieren, wurde ihre Arbeit als "rätselhaft" («enigmatic») und mit "großer Intensität" beschrieben. Sie hat mit Arditti Quartett, der London Sinfonietta, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, der Schola Heidelberg und dem Kammerensemble Neue Musik Berlin zusammengearbeitet. Ihre Arbeiten wurden auf verschiedenen internationalen Musikfestivals aufgeführt, darunter Wittener Tage für neue Kammermusik, ECLAT Festival Stuttgart, Heidelberger Frühling, Festival Musica in Straßburg und Spitalfields Festival London.

Mayako Kubo
Berlinisches Tagebuch (1989/1990)
Nr. 1 Ein Walzer, 7. Mai 1989
Nr. 3 Montaru 3b, 22. Juni 1989
Nr. 7 Die Berliner Luft, 12. Dezember 1989

«Als ich zum Jahreswechsel 1988/1989 einen großen Terminkalender geschenkt bekam, fing ich an, wieder Tagebuch zu führen. Die Jahre ´89 und ´90 waren für Berlin — und auch für mich — eine bewegte Zeit. In das Tagebuch habe ich sowohl private Begebenheiten, bzw. Gedanken und Gefühle, als auch äußere Ereignisse aufgezeichnet. Es ist interessant zu beobachten, wie weit ich in meinem Tagebuch absolut ehrlich schreiben kann, vorausgesetzt, daß es keiner zu lesen bekommt. Bei aller Flüchtigkeit der Aufzeichnungen besteht doch immer wieder die Gefahr, sie auszuschmücken. Musikalisch habe ich nun versucht, mein Tagebuch von 1989 und 1990 sinngemäß zu vertonen. Ich habe einige für mich wichtige Tage ausgewählt und dazu jeweils ein bestimmtes Tonmaterial gesetzt. Ähnlich wie beim Tagebuch habe ich versucht, ganz direkt zu komponieren, ohne mich um Fragen der musikalischen Rhetorik zu kümmern: die Töne ereignen sich so wie die Begebenheiten sich ereignet haben, auf die sie sich beziehen.»
«Montaru 3b» ist ein Fantasietitel von Willi Baumeister. Er war ein Maler in der Zeit von Bauhaus und befreundet mit Kandinsky und den anderen Künstlern. Ein Bild von ihm heisst Monteur 3b. Ich habe dazu ein Theaterstück geschrieben und das Klavierstück ist daraus entstanden.»
Mayako Kubo ist eine Komponistin japanischer Herkunft, die jedoch künstlerisch dem europäischen Erbe und der musikalischen Moderne eng verbunden ist. Ihr Œuvre umfasst rund 130 Werke fast aller Gattungen. Der Oper kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Uraufführung von Rashomon 1996 in Graz und die der japanischen Fassung 2002 in Tokio begründeten ihren Ruf als bedeutendste japanische Komponistin. Osan – Das Geheimnis der Liebe, ihre zweite Oper, kam 2005 in Tokio ebenfalls mit großem Erfolg zur Uraufführung. 2010 feierte Der Spinnfaden in Berlin Premiere, eine Oper für junge Musiker. Derzeit schreibt Kubo an ihrer vierten Oper, Izanagi, einem Stoff aus der japanischen Mythologie. Ein weiteres Bühnenwerk über den Fall John Rabe und das Massaker von Nanking ist bereits in Vorbereitung.
Mayako Kubo lebt in Berlin. Ihre Werke erscheinen im Verlag Neue Musik, beim Ariadne Musikverlag sowie bei Breitkopf & Härtel.
Fidan Aghayeva-Edler wurde 1987 in Aserbaidschan geboren. Bereits als Siebenjährige stand sie auf dem Konzertpodium, mit elf Jahren spielte sie erstmals mit einem Sinfonieorchester. In ihrer Heimat absolvierte sie das Bachelorstudium an der Musikakademie Baku. An der Grieg-Akademie in Bergen (Norwegen) setzte sie ihre Studien bei Prof. Einar Røttingen fort und erwarb den Mastergrad. Seit 2012 lebt Fidan Aghayeva-Edler in Berlin. 2016 hat sie ihr Konzertexamen Studium am Musikinstitut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bei Prof. Jochen Köhler mit Auszeichnung abgeschlossen. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie von Marino Formenti, Leif Ove Andsnes, Peter Donohoe, Jerome Lowenthal, Josep Colom.
Fidan Aghayeva-Edler spielte u. a. zusammen mit dem Staatlichen Symphonieorchester Aserbaidschans und mit dem Philharmonischen Orchester Bergen. Außerdem tritt sie regelmäßig bei zahlreichen Festivals auf, so bei „Borealis“ 2010, „Sobiraem druzei“, Moskau 2011, „Festspillene in Bergen“, 2011, „Impuls“, Halle 2014. Neben der Pflege eines umfangreichen Solo-Repertoires widmet sie sich intensiv der Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen. Mit ihren Partnern unternahm sie Tourneen in Norwegen, Finnland, Belgien, Frankreich, Russland und Aserbaidschan. 2019 kam ihre erste Solo-CD «Verbotene Klänge: Sechs Suiten» mit der Musik der Verfolgten KomponistInnen unter dem Label Kreuzberg Records raus.
In mehr als 50 Auftritten im Jahr präsentiert Fidan Aghayeva-Edler ein umfassendes Repertoire von großer Vielfalt unterschiedlichster Komponisten und Stilepochen. Ein wichtiges Betätigungsfeld ist dabei die “Neue Musik“, für die sie sich nachdrücklich einsetzt. Zur Zeit liegt ihr Fokus auf Stücken moderner Komponistinnen.
Dienstag, 23. April 2019 | 20:30 Uhr
Schlagzeug und andere Dinge
Louisa Marxen, Schlagzeug
Iñigo Giner Miranda, dramaturgische Beratung
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Schlagzeug und andere Dinge

Fritz Hauser
Shong (2017)
für kleine Trommel

Die Anfrage für ein Schlagzeug-Stück ist immer eine schöne Sache! Sich eine Massschneiderung für einen Kollegen oder eine Kollegin ausdenken dürfen, eine Phantasie für eine andere Person, die sich auch intensiv mit diesem Instrumentarium auseinandersetzt.
In diesem Falle kam der Auftrag zusammen mit dem Wunsch, sich mit der Tradition des Hämmelmarsches zu beschäftigen. Der Hämmelmarsch spielt in der Volksmusik Luxemburgs eine wichtige Rolle und offenbar hatte es sich Louisa Marxen schon im zarten Kindesalter in den Kopf gesetzt, bei diesem Stück einmal die Trommel rühren zu dürfen.
Ich habe für Louisa Marxen ein Stück entworfen, das viel auch mit meiner Beziehung zur Trommel zu tun hat. Ich hatte mich als Kind zwar für die Fasnacht verkleidet und einmal hatte ich dabei sogar eine Blechbüchse umgebunden und zwei Trommelstöcke in den Händen, aber die Basler Trommel war nicht mein Ziel. Das war alles zu laut für mich und ich habe mich zu dieser Welt nicht hingezogen gefühlt.
Aber trommeln war natürlich schon toll! Auf allen möglichen Dingen, schlussendlich auch auf einem richtigen Schlagzeug. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und das rituelle Moment rückt immer mehr ins Zentrum meiner Auseinandersetzung mit Musik. Und da habe ich gedacht, dass ich ein Stück schreibe, bei dem die Trommel im Mittelpunkt steht, aber etwas anders. Nicht einfach eine Trommel, die laut ist. Eine Trommel, die lacht, die pulsiert, die atmet, die singt.
Das Stück heisst «Shong», was eine Wortkreuzung aus «Sheep» und «Song» ist. Ein Stück, in dem sich Hämmelmarsch und Kinderlied treffen und verbinden.

Fritz Hauser wurde 1953 in Basel/Schweiz geboren. Er entwickelt Soloprogramme für Schlagzeug und Perkussion, die er weltweit zur Aufführung bringt. Dabei arbeitet er auch spartenübergreifend, z.B. mit dem Architekten Boa Baumann, der Lichtgestalterin Brigitte Dubach, der Regisseurin Barbara Frey sowie den Choreografen Kinsun Chan, Joachim Schlömer, Heddy Maalem und Anna Huber.
Weitere Arbeiten sind für Schlagzeugensembles und -solisten, Kammerorchester sowie Chor, Klanginstallationen (u.a. Therme Vals, Architekturmuseum Basel, Castel Burio, Kunsthaus Zug, Fondation van Gogh in Arles, Universität Zürich), Radiohörspiele, Musik zu Filmen und Lesungen.
Im Bereich Perkussion spielt und arbeitet er mit Perkussionssolisten und -ensembles auf der ganzen Welt: Kroumata, Steven Schick, Keiko Abe, Synergy Percussion, Michael Askill, Speak Percussion, Bob Becker, Nexus, EnsembleXII, We Spoke.
Er hat zahlreiche CDs als Solist und mit diversen Ensembles aufgenommen. In der Spielzeit 2010 realisierte Fritz Hauser als Musiker zusammen mit Barbara Frey (Regie) den Abend «A Dream within a Dream» am Schauspielhaus Zürich, in der Spielzeit 2015 dann «Nachtstück».
Aktuell tritt Hauser mit den Schlagzeugern Rob Kloet und Peter Conradin Zumthor in der Produktion «Die Hintertür» auf. Das Schlagzeugtheater, inszeniert von Tom Ryser, war 2017 auch im Gare du Nord zu sehen. Fritz Hauser ist Kulturpreisträger 2012 der Stadt Basel und Kulturpreisträger Musik Basel-Landschaft 1996. Im Sommer 2018 war Fritz Hauser Composer-in-Residence am Lucerne Festival. www.fritzhauser.ch


François-Bernard Mâche
Phénix (1982)
für Vibraphon und 9 Toms

Francois-Bernard Mâche wurde 1935 in Frankreich geboren. Er hat Sprachen und Archäologie studiert, ist Musikwissenschaftler und Komponist. In seinen Kompositionen befasst er sich mit dem poetischen Gebilde rund um den Klang, besonders um den Klang von Sprache und Linguistik. Die lautlichen Eigenschaften, die Prosodie der griechischen Sprache haben es ihm besonders angetan. Er hat sich intensiv mit verschiedenen Schlagzeuginstrumenten auseinandergesetzt. Aus dieser Studie sind zahlreiche Schlagzeugstücke entstanden, u.a. Phénix (1982) für Vibraphon und 9 Toms.

Iñigo Giner Miranda
Trajectory Studies (2017)
für Schlagzeuger und LED Lichter

«Trajectory studies» ist das letzte Stück in einer Reihe von kammermusikalischen Werken, die die poetische Visualisierung von Klang erforschen. Hier wird der Bewegungsablauf beim Spielen durch Verfremdung in ein besonderes audiovisuelles Ereignis verwandelt. Das Stück wird im Dunkeln gespielt. Der Spieler bringt an seinen Händen kleine LED-Lichter an, die punktuell hell leuchten. Die kleinen Lichtpunkte setzen sich einerseits auf eine überraschende, organische Weise in Beziehung zum Klang und intensivieren dadurch die Klangwahrnehmung, andererseits wirken sie auch unabhängig vom akustischen Ergebnis und eröffnen durch ihre Bewegung im Dunkeln unterschiedliche Assoziationsebenen (indem sie zum Beispiel kleinen organischen Wesen oder Sternenformationen ähneln). «Trajectory studies» geht einen Schritt weiter und entwickelt eine Hybridform zwischen Musikstück, Puppentheater und Händetanz.
Iñigo Giner Miranda, geboren 1980 in Bilbao, studierte Klavier unter Albert Nieto in Vitoria, dann klassische Komposition in Amsterdam. Seine Neugier für interdisziplinäre Kunst brachte ihn für sein Masterstudium an die Universität der Künste (UdK) in Berlin, wo er 2011 seinen Abschluss machte und die Arbeit zur Integration aussermusikalischer Materialien in den musikalischen Diskurs vertiefte. Er gewann den zweiten Preis beim internationalen Kompositionswettbewerb «Hanns Eisler» und war Finalist beim «Injuve» Kompositionspreis. Zum Theater kam er durch die Arbeit in Ruedi Häusermanns Projekt «Gang zum Patentamt» am HAU in Berlin und den Wiener Festwochen 2010. Seither arbeitet er regelmässig im Theater. Am Schauspielhaus Zürich war er in Ruedi Häusermanns «Vielzahl leiser Pfiffe» und Barbara Freys «Menschenfeind» zu sehen und zu hören. Das musikalische Denken verbindet seine Arbeiten – im Spiel mit Figuren, Präsenz, Objekten, Gesang oder Sprache.
«Die Ordnung der Dinge», Titel eines Werks des Philosophen Michel Foucault, ist der Name des Ensembles, das Iñigo Giner Miranda zusammen mit drei weiteren Musiker-Schauspielern in Berlin gegründet hat. DieOrdnungderDinge kreiert Arbeiten, die an der Schnittstelle zwischen Theater und Musik angesiedelt sind. Der Name des Ensembles kann als Hommage an Michel Foucault gelesen werden, beschreibt aber vor allem, wie Iñigo Giner Miranda Komposition denkt: Die Arbeit des Komponisten ist zunächst eine des Ordnung-Schaffens zwischen den Dingen. Mit Dingen sind bei Iñigo Giner Miranda nicht nur die klassischen Elemente wie Klänge, Rhythmen oder Tonlagen gemeint, sondern auch Gesten, Mimik oder Objekte – also auch die Elemente, die andere Sinne als das Gehör betreffen und dementsprechend im klassischen Konzert vernachlässigt werden. Der Kompositionsbegriff bezeichnet, auf diese Weise erweitert, nicht notwendigerweise eine Kunst der Klänge, sondern eine Kunst der Harmonie. Die szenischen Musikstücke des Ensembles sind transdisziplinär und der Musikbegriff wird ins Visuelle erweitert. www.iginermiranda.com

Ursonate (1922-32)
Die Ursonate ist eins der bedeutungsvollsten Werke von Kurt Schwitters. Sie besteht aus einer Einleitung, vier Hauptteilen und dem Schluss, der aus dem rückwärtsgesprochenem Alphabet besteht. Die Einleitung wird angeführt von Konsonanten und Vokalen die zu den Wörtern "Fümms bö wö tää zää Uu" zusammen gefügt sind. Der erste Teil besteht hauptsächlich aus Steigerungen wie "bö fö böwö fümmsbö  böwörö u.s.w." Sonst begegnet man noch sehr häufig dem "R" das meist mit anderen Worten gekoppelt ist und laut betont wird.
Im zweiten Teil werden lange Vokale und zwischen durch kurze Konsonanten gesprochen. Der dritte Teil besteht fast nur aus lang und sehr langsam gesprochenen Wörtern wie ziiuu Lümpff Züüüka oder Rumpff. Der vierte Teil t nur aus Zungenbrechern zusammen gesetzt wie z.B. Grimm glimm gnimm Bimbim und das acht mal sehr kräftig hintereinander gesprochen. Der Schluss , wird wie schon oben erwähnt (Das Alphabet) rückwärts gesprochen und unterschiedlich betont.
Die Ursonate ist ein lautmalerisches Element: Raoul Hausmann hat viele Jahre hindurch gegen die" Ursonate" poleminisiert. Weil Schwitters die phonetische Formel " Fmsbwtözäu pggiv-.. ? mü" umgeändert hat in "fümms bö wö tää zää Uu pögiff".  

Kurt Schwitters (1887-1948) studierte von 1908 bis 1914 an der Kunstgewerbeschule in Hannover sowie an der Kunstakademie in Dresden. Eine eher konventionelle Malerlaufbahn scheint die lange akademische Ausbildung, die er in Dresden vor allem bei dem an Frans Hals orientierten Carl Bantzer genießt, vorzubereiten. Sein Frühwerk zeigt entsprechend wenig Einfluss der Moderne.
Zum Kriegsdienst wird Kurt Schwitters 1917 einberufen, da er unter Epilepsie leidet, verbringt er ihn auf der Schreibstube. Nach vier Monaten wird er entlassen. Einen modernen Künstler machen aus ihm die Eindrücke des Krieges und der Inflation. 
1918 entstehen erste Collagen, für die Kurt Schwitters zufällig gefundene Abfälle benutzt. Kurt Schwitters begründet mit seiner Kunst und seinen literarischen Texten in Hannover eine eigene Dada-Einrichtung. Diese nennt er "Merz", ein Wortfragment von "Commerzbank".
Kurt Schwitters wird durch die 1919 veröffentlichte Prosa- und Gedichtsammlung "Anna Blume" weit über die Grenzen Hannovers bekannt. Er knüpft Kontakte zu Herwarth Walden, Hans Arp und Tristan Tzara und nimmt an den "Sturm"-Ausstellungen in New York und Zürich teil. Schwitters Verbindung zu den Bauhaus-Künstlern, zu den holländischen Dadaisten und Konstruktivisten, denen er 1923 die erste Nummer der "Merz"-Zeitschrift widmet, wird für ihn zunehmend wichtiger.

Thierry de Mey
Silence must be! (2002)
pour chef solo

Thierry De Mey, 1956 in Brüssel geboren, ist Komponist und Filmemacher. Ein intuitives Gefühl für Bewegung lenkt sein gesamtes Werk. Er bewegt sich in einer Vielzahl von Disziplinen und verbindet diese miteinander. De Mey hat eine Musiksprache entwickelt, die auf die Bewegung abgestimmt ist. In vielen seiner Werken sind visuelle und choreographische Aspekte ebenso wichtig wie der klangliche Beitrag, so in «Musique de tables» (1987), «Silence must be!» (2002) und «Light Music» (2004). Ein Grossteil seiner musikalischen Produktionen ist für Tanz und Kino gedacht. Thierry de Mey hat eng mit ChoreographInnen wie Anne Teresa De Keersmaeker, Wim Vandekeybus und seiner Schwester Michèle Anne De Mey zusammengearbeitet.

Carola Bauckholt
Vakuum Lieder (2017)
für Staubsauger solo

Das Stück entstand im Auftrag von Louisa Marxen und ist ihr gewidmet. Es knüpft an das Musiktheaterprojekt «The Vacuum Pack» an, welches mit dem Eunoia Quintett entwickelt wurde.
Seit langem interessieren mich Saugklänge wie z.B. das Gurgeln eines Brunnes, das Schlürfen des Abflusses oder das unendlich schöne Glucksen von Wasser in Grotten, in denen Welle und Sog zusammenspielen. In der Musik ist dieses klangliche Phänomen noch nicht thematisiert worden.
Unser gewöhnliches Instrumentarium basiert im Prinzip auf der Tonproduktion durch Reibung (Streicher...) oder Ausatmen (Stimme, Bläser...). Das Einsaugen kommt nicht vor. Dabei gehört dieser Aspekt zu unserem Leben, wie Einatmen und Ausatmen.
In enger Zusammenarbeit untersuchten Louisa und ich das neue Instrument Mund und Saugrohr und entwickelten die «Vakuum Lieder».

Carola Bauckholt wurde 1959 in Krefeld geboren. Nach mehrjähriger Mitarbeit im Krefelder Theater am Marienplatz (TAM) studierte sie von 1978 bis 1984 an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag, 1991 das Thürmchen Ensemble.
Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. 1986 das Bernd Alois Zimmermann Stipendium der Stadt Köln, 1997 den Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom. 1998 wurde sie mit dem Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und vertrat Deutschland bei den Weltmusiktagen in Mexiko 1992, in Kopenhagen 1996, in Seoul 1997 und in Zürich 2004. 2008 erhielt sie den «Stern der Woche» der Abendzeitung München für «Hellhörig» bei der 11. Biennale München. 2010 wurde ihr in der Kategorie Experimentelle Musik der Deutsche Musikautorenpreis der GEMA verliehen. Mit ihrem Musiktheaterstück «Hellhörig» war sie 2011 in Rheinsberg, Warschau, Santiago de Chile und Buenos Aires zu Gast. 2013 wurde sie als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin gewählt.
Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik. Dafür bedient sie sich gerne geräuschhafter Klänge, die oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt werden und nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und fortgeführt werden. www.carolabauckholt.de
Louisa Marxen, 1982 in Luxembourg geboren, entwickelte schon früh Interesse an zeitgenössischer Musik. Sie absolvierte ein Schlagzeugstudium bei Emmanuel Séjourné, Rainer Römer und Christian Dierstein in Luxembourg, Frankfurt und Basel. Neben vielen Uraufführungen von jungen KomponistenInnen arbeitete sie unter anderem mit Carola Bauckholt, Isabel Mundry, François Sarhan und Georg Friedrich Haas zusammen.
Louisa Marxen ist Mitbegründerin des Eunoia Quintetts und Mitglied im Vorstand der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik) Basel. Sie leitet ausserdem den Volkshochschulkurs «Klanggespräche» im Gare du Nord zu zeitgenössischer Musik.
Als Gastschlagzeugerin spielte sie bei renommierten Festivals für Neue Musik: Wien Modern, dem Lucerne Festival, den Schwetzinger Festspielen, etc. Sie konzertierte bereits in vielen Ländern Europas, in Moskau und in Tokyo.
Ein ganz besonderes künstlerisches Anliegen ist Louisa Marxen die Interaktion verschiedener Künste und die Zusammenarbeit mit Schauspielern, Tänzern und bildenden Künstlern. Seit neun Jahren lebt und arbeitet sie in Basel.

Wir erwarten zwei spannende Konzerte mit hervorragenden Solistinnen und freuen uns, wenn wir sie mit Ihnen erleben werden!

Ihre Martin Daske und Rainer Rubbert
Die Unerhörte Musik wird gefördert 
aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Alle Veranstaltungen finden im BKA-Theater, Mehringdamm 34, 10961 Berlin, statt.
Telefon: 030 - 20 22 007
Eintritt: 13,- / 9,- €
Zehnerkarte: 80,- / 60,- € (übertragbar)
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