Freitag, 1. März 2019

[UNERHÖRTE MUSIK] NEWSLETTER 2019 | Nr. 05

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NEWSLETTER 2019 | Nr. 05
05. und 12. März


„The eye should learn to listen before it looks“
(Robert Frank)

Liebe Interessierte,
Im vergangenen Jahr haben sich die französische Pianistin Christine Cornier-Langlois und der rumänische Karinettist Horia Dumitrache zusammengetan, um – wie sie schreiben -für Klarinette und Klavier ein hochkarätiges, glänzendes und poetisches Repertoire zu entwickeln "
Unter dem Titel Chemins criés (nach dem gleichnamigen Stück von Jean-Claude Wolff, das zur Uraufführung kommt) präsentieren sie am kommenden Dienstag, 5. März Werke von Torstein Aagaard – Nilsen DE, Samu Gryllus DE, Gabriel Iranyi, Balázs Horváth DE, Violeta Dinescu und Orestis Papaioannou UA.

Am darauf folgenden Dienstag, 12. März wird der Tausendsassa der Neuen Musik, der US-amerikanische Schlagzeuger, Komponist und Performer Jonathan Shapiro seinConcert Program for Percussion, Electronics, Light, and Video” unter dem Titel Shadow Drums aufführen, zu dem er kurz und knapp schreibt: 
Schatten, Verdoppelung, Avatar, Täuschung…Shadow Drums”
Auf dem Programm stehen Werke von Jonathan Shapiro himself, Sarah Nemtsov, Malte Giesen, Matthias Kaul und Levy Lorenzo
Einführung: 19:45
Dienstag, 5. März 2019 | 20:30 Uhr
Chemins criés
Horia Dumitrache, Klarinette / Bassklarinette
Christine Cornier-Langlois, Klavier
Horia Dumitrache, Klarinette / Bassklarinette
Christine Cornier-Langlois, Klavier
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Chemins criés


Balázs Horváth
 
La continuità interrotta (2008-2016)
für Klarinette und Klavier
DE

La continuità interrotta (à Elliott Carter) was composed in 2008 originally for flute and piano. The present version (2016) is transcribed for clarinet and piano and is dedicated to Horia Dumitrache. 
The changing tempi of the piece are created from rhythmical relations. The principle of the tempo-rhythm relations is influenced by the metric modulations of Elliott Carter’s music. La continuità interrotta is an hommage to the 100 year old composer, Elliott Carter in 2008.

Balázs Horváth, born 1976 in Budapest, received his doctorate degree in composition at the same Academy in 2005, while teaching there as a senior lecturer. He also visited music seminars lead by Bryan Ferneyhough, Michael Jarrell, Marco Stroppa, Péter Eötvös, Karlheinz Stockhausen and László Tihanyi.
Horváth’s compositions won prizes at composition competitions. He received 1st Prize for POLY at the ‘In Memoriam György Ligeti’ composition competition in Berlin (2007) and 1st and 2nd prizes at different categories of the 2nd New Hungarian Music Forum, Budapest in 2011.
Horváth’s compositions are performed at international music events such as the Budapest Spring Festival, Gaudeamus Music Week (Amsterdam), ISCM World Music Days (Ljubljana, Göteborg, Zagreb, Tongyeong), Huddersfield Contemporary Music Festival, Music in Current (Tokyo), musikprotokoll (Graz), cresc. Biennale für Neue Musik (Frankfurt). As a composer he worked with reknown conductors and ensembles such as Péter Eötvös, Gregory Vajda, Pierre-André Valade, Amadinda Percussion Group, Ensemble Modern, Göteborg Symfoniker, Hungarian Radio Symphony Orchestra, Tokyo Sinfonietta, RSO Wien, Ensemble UMZE, Hong Kong New Music Ensemble. Horváth is founder and artistic leader of THReNSeMBLe that performs contemporary music. The ensemble serves the programs of the Péter Eötvös Contemporary Music Foundation for which Horváth has been a member since 2012. Since 2014 Horváth is co-curator and founder of Átlátszó Hang New Music Festival in Budapest with Samu Gryllus.


Samu Gryllus
 
Out on Stage - Monument 1 (2014)
für Klarinette und projizierten oder gesprochenen Text DE
(Text: Ban Zoltan Andras)

In Out on Stage I decided to represent the two examined academic disciplines (music and theater) by their most simple form, without harming at all the autonomy of each other. My aim was to create
the dynamics of the composition simply by the relationship of these two. According to my plans the tissue of the 10 separated approx. one minute long, only to itself referring, closed form musical
miniatures alternates with the theatric image created by a moveless performer and the projected text-material. By doing this, the two layers of the performance are absolutely separated, the image of
the performer is the only visual connection.
The piece is dedicated to Horia Dumitrache.

Samu Gryllus, geboren 1976 in Budapest ist Komponist und Soundpainter, lebt in Budapest und in Wien. Er unterrichtet u.a.Komposition, Kammermusik sowie Medienmusik am Vienna Music Institute, der Széchenyi Universität in Györ sowie an der Universität für Theater -und Film Kunst in Budapest wo er auch DLA -Kandidat ist. Sein Forschungsthema ist die Multidisziplinarität und das Instrumentale
Theater .


Torstein Aagaard – Nilsen

Hot-house (1993)
für Klavier DE

Written for James Clapperton.
The commission was initiated by Geir Johnson and first Performance was at Music Factory in Bergen. The hot-house theory explains why earth is such a good place for growth and life. 
But if human activity continue to send hugh amounts of carbon dioxide into the atmosphere , it will cause a negative effect: it gehts too warm. A hot-house is also a place where conditions are perfect for growth. A small motif becomes a piece of music.
Torstein Aagaard -Nilsen ist ein norwegischer zeitgenössischer Komponist. Er wuchs in Kabelvag auf den Lofoten in Nordnorwegen auf und studierte von 1986 bis 1990 and der
Musikhochschule und der Unversität Bergen. von 1990 bis 1994 arbeitete er an der Musikhochschule in Bergen als Lehrer für zeitgenössische Klassische Musik . Darüber hinaus war er Leiter des Autunnale Festivalen in Bergen .
In dieser Zeit schrieb Aagaard -Nilsen auch viele Werke für Blasorchester und Brass Bands.

Violeta Dinescu

Méandre (1985)
für Bassklarinette und Klavier

Wenn ich versuchen würde zu beschreiben, wie ich die Klanggesten der beide Instrumente im Einklang realisiere ...
Es entsteht eine Art Choreographie in Raum und es hat auch eine außermusikalische Bedeutung, da die Klanggesten auch innere Räume suggerieren können.
Es gibt in diesen Melodiebögen auch das ornamentale Element (in der Bedeutung des Wortes findet man auch die Ornamentik), ein dem Mäandrieren Nachempfundenes zwischen Mikro- und Makrodimension.
Im Detail ist projiziert, was in der Gesamtform existiert.
Die Instrumente agieren abwechselnd miteinander, nebeneinander, durcheinander ...ohne die Einheit der Überstruktur zu verlieren.
Der narrative Charakter entsteht gerade durch das Wechselpiel zwischen den Hypostasen der Klangspiegelungen einer imaginären Wasserbewegung.

Violeta Dinescu begann ihr Studium der Musik 1972 am Konservatorium Ciprian Porumbescu in Bukarest, wo sie 1976 ihr Staatsexamen mit Auszeichnung sowie drei Diplomen in den Bereichen KompositionKlavier und Pädagogik ablegte. Danach vertiefte sie ihre Kompositionsstudien bei Myriam Marbe.[1] 1978 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Musikschule George Enescu in Bukarest für MusiktheorieÄsthetikKontrapunktHarmonielehre und Klavier. 1980 wurde sie in den rumänischen Komponistenverband aufgenommen. Es folgten erste Konzertaufführungen, Rundfunkaufnahmen und Kompositionspreise.
Seit 1982 lebt und arbeitet Violeta Dinescu in Deutschland. 1986 erfolgte die Uraufführung ihrer ersten Oper Hunger und Durst nach Eugène Ionesco in Freiburg. Seit 1986 ist sie als Dozentin an verschiedenen deutschen Hochschulen tätig und hat seit 1996 eine Professur für angewandte Komposition an der Universität Oldenburg inne, wo sie Colloquien mit Komponisten veranstaltet, 2009 u. a. mit Jean-Luc Darbellay und Graham Waterhouse.[2] Sie erhielt bisher über fünfzig internationale Preise und Auszeichnungen für ihre Kompositionen. Ihr Werk wird durch den Verlag Dohr veröffentlicht.


Gabriel Iranyi

Bird in Space (2005)
für Klavier

Bird in Space ( Vogel im Raum). Der weltberühmte rumänische Bildhauer Constantin Brancusi beschäftigte sich intensiv-unter anderen -mit dem Vogelflug und schuf 29 Skulpturen mit unterschiedlichen Titeln , wie "Maiastra ", " MagicBird  " und " Vogel in Raum". Das Klavierstück "Vogel im Raum" ist eine Studie zu der gleichnamigen Plastik des Bildhauers. Das Klangmaterial basiert hauptsächlich auf dem Obertonspektrum des Grundtons A: archetypische Begriffe wie Raum, Zeit und Vogelzwitschern sind als drei differenzierte Klangschichten präsent.

Gabriel Iranyi wurde in Klausenburg , Rumänien geboren. 1971 Master of Arts in Komposition von der " George Dima " Musikakademie in Klausenberg und eine Professur für Kontrapunkt (Renaissance, Barock und XX. Jahrundert ) in Jassy an der " George Enesco " Musikuniversität.
1978-1984 nahm er als DAAD-Stipendiat an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik in der Kompositionsklassen von Lachenmann und Ferneyhough teil. Iranyi hielt zahlreiche Vorträge über Neue Musik und eigene Werke an Musikuniversitäten in Deutschland, USA, Israel und Rumänien. Mehrere Rundfunkportrait-Sendungen bei Deutschlandfunk und RBB. Viele Aufführungen im Rahmen von IGNM-Festivals und in Konzerten in Europa, Amerika und Asien von international bekannten Interpreten.
Seine Werke erscheinen beim Verlag Neue Musik Berlin und seine CDs bei kreuzberg records, Hungaroton Classic und Stan Records.


Orestis Papaioannou

Mnemography (2018)
für Bassklarinette solo UA

Mnemography means the process of writing down memories. This piece somehow
closes a series of pieces that are closely connected to my experiences with the traditional music of northern Greece. However, those elements are neither an imitation nor an exposition; they are more like “distorted images” that are “adjusted” to my way of expression and filtered through my aesthetic criteria. This piece has mentions to laments and dances of the region of Epirus. The piece is written for Horia Dumitrache
 
Orestis Papaioannou wurde 1993 in Sitia, Griechenland geboren. Er begann sein Musikstudium an der Musikschule Edessa und es folgte ein Master in Komposition an der Aristoteles-Universität Thessaloniki bei Christos Samaras. Zurzeit studiert er den Master in Komposition an der
Musikhochschule Lübeck bei Dieter Mack. Er wurde ausgezeichnet mit Preisen aus diversen Wettbewerben, inklusive erste Preise beim Internationalen Wettbewerb Antonin Dvořák für Junge Komponisten (2015), Internationalen Penderecki-Wettbewerb für Komposition (2018), 19. Weimarer Frühjahrstage (2018) und beim Brahms-Festival-Kompositionswettbewerb (2018). Zuletzt war er Finalist bei den Wettbewerben  Citta di Udine und TONALi19. Seine Werke wurden in Deutschland, Griechenland, Polen, Tschechien, und der Slowakei gespielt von Ensembles wie dem Staatsorchester Athen, der Praga Sinfonietta, dem Quasars Ensemble, LUX:NM, Tomato Is A Fruit und dem griechischen Ensemble für Neue Musik.


Jean-Claude Wolff

Chemins criés ( 2015)
für Bassklarinette und Klavier UA

« Chemins criés », für Bassklarinette und Klavier wurde im 2015 komponiert; Es ist der zweite Teil eines Triptychons, das mit « Par les chemins » für Bläserquintett beginnt und mit « Chemins croisés » für Bläserquintett und Klavier endet. Ausgangspunkt dieses Triptychons war eine Reflexion des « Chemin de croix » von Anne Beaufils, bildender Künstlerin. Es ist keineswegs eine dogmatische Aussage, sondern eine geistige und künstlerische Meditation. Das Stück besteht aus fünf kurzen Teilen. Die Atmosphäre ist oft aufgeregt und vehement; ein paar ruhigere Passagen, kontrapunktische Schrift, fast eine Passacaglia.
Christine Cornier-Langlois ist in Rouen geboren und studierte Klavier am Conservatoire de Region und später in Paris an der Ecole Normale de Musique.Zutiefst überzeugt von der zeitgenössischen musikalischen Ausdrucksmitteln entschied sie sich dem Weg der Neuen Musik zu folgen: Ihre Begegnung mit dem Komponisten Sir Michael Tippett 1991 war in dieser Hinsicht bestimmend Sie konzertiert regelmässig in Paris: Unesco, Péniche-Opéra, Maison de l’Europe, Cité internationale des Arts….., aber auch in Lille, Strasbourg, Perpignan, Céret, Carnac, Pontorson und anderen Städten. 1990 erhielt sie eine Einladung des Festival International Merlin (Budapest) wo sie neben Werken von ungarischen Komponisten auch György Kurtágs “ Hommage à R.SCh.” aufführte.Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die skandinavische Musik: Norwegische Komponisten, die sie aufführte sind Arne Nordheim, Knut Vaage, Torstein Aagaard-Nielsen a.a in der Cité des Arts, Maison de la Norvège im Paris, Musée GRIEG (Stavanger) Musée d’Art Moderne de Strasbourg, Festival Mondes Parallèles de Lille, Cité Universitaire Internationale Paris. Finnische Komponisten: Lindberg, Rautavaara, Kaïpaïnen Sénat Paris, Kiron Espace. Dänische Komponisten: Sunleif Rasmussen, Per Norgard im Musée d’art moderne de Céret, Carnac.
Christine Cornier-Langlois arbeitete mit dem Komponisten Sir Michael Tippett, Jean-Claude Wolff (3 UA) , Michel Sendrez (UA) , Stéphane Bortoli (UA) Philippe Hersant , Andreas Staffel, Andrew Stewart (UA) Andris Jansons ( UA) zusammen und jüngst mit Violeta Dinescu, Annette Schluenz, Rainer Rubbert , Martin Daske, Jean-Luc Darbellay, Jean-Luc Fafchamps, Gabriel Iranyi, und Pèter Köszeghy (2 UA) in der “Unerhörte Musik” im BKA .
Sie lebt in Berlin.

Horia Dumitraches umfangreiches Repertoire reicht von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik. Seine fesselnde Bühnenpräsenz wird von vielen Komponisten geschätzt, die ihm zahlreiche Uraufführungen widmeten. Seine internationale Anerkennung als Spezialist für die Aufführung zeitgenössischer Musik führte ihn zu einigen der bekanntesten Festivals und Konzertsälen auf der ganzen Welt. Aktuelle und zukünftige Höhepunkte sind Konzerte in Luzern, im Pariser Centre Pompidou und bei den Salzburger Festspielen, der Salzburg Biennale, Wien Modern, Encuentros Buenos Aires, Tokyo Opera City, Beijing Concert Hall, Musica Hoy Madrid, Schwetzingen Festspiele, Impuls Graz und MaerzMusik Berlin. Horia Dumitrache wird oft zur Mitarbeit in Jurys eingeladen. Ebenfalls ist er ein anerkannter Dozent zu Fragen der Interpretation und Instrumentaltechnik im Bereich der neuen Musik. Neben der Interpretation von klassischen und zeitgenössischen Werken beschäftigt sich Horia Dumitrache mit freier Improvisation, elektronischer Musik und Vermittlung. Er unterrichtete an den Sommerkursen in Brasov Piatra-Neamt, Bistrita und Veszprem. Seit 2015 ist Horia Dumitrache Mitglied des Ensemble KNM Berlin.
Dienstag, 12. März 2019 | 20:30 Uhr
Shadow Drums
Concert Program for Percussion, Electronics, Light, and Video
Jonathan Shapiro, Schlagzeug / Perkussion
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Shadow Drums
Concert Program for Percussion, Electronics, Light, and Video


Jonathan Shapiro
 
Silent Posts A.2 (2016)
für Schlagzeug, Video und Tape

Silent Posts A.2 ist ein Teil des “Silent Posts” Projektes, konzipiert von Alexander Schubert, "a community-based composition framework”. Dieses Stück ist ein Art Remix des Source Piece A. 
Für ausführliche Informationen über das Projekt besuchen Sie silent-posts.net

Jonathan Shapiro wurde 1982 in Washington D.C. geboren und studierte klassisches Schlagzeug an der Manhattan School of Music (New York) sowie an der SUNY Stony Brook (Abschluss als Doctor of the Musical Arts). Darüber hinaus absolvierte er ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Lübeck. Seit 2008 lebt Jonathan Shapiro in Deutschland und engagiert sich international in verschiedenen Formationen für zeitgenössische Musik. So ist er seit 2011 Gründungsmitglied in den Ensembles Decoder (Hamburg) und RADAR (Lübeck). Er erhielt Engagements bei MusikFabrik Köln, Ensemble Resonanz, Zafraan Ensemble, Alarm Will Sound, Signal, Newband, New York Philharmonic, International Ensemble Modern Akademie und Bang on a Can All-Stars. Als gefragter Interpret und ausgewiesener Spezialist für Neue Musik wirkte Shapiro bei zahlreichen Urauführungen mit und arbeitete intensiv mit Komponisten wie Vinko Globokar, Steve Reich, Louis Andriessen, Roger Reynolds, Matthias Spahlinger, Wolfgang Rihm, Alexander Schubert, Simon Steen-Andersen, Brigitta Muntendorf, Sarah Nemtsov, Andrej Koroliov und Leopold Hurt zusammen. Jonathan Shapiro ist „Artist Endorser“ für Black Swamp Percussion, Zildjian Cymbals und Mike Balter Mallets


Levy Lorenzo

Modified Attack - Variation No. 1 (2018)
für Joysticks und Live Elektronik, electronic instrument design by Levy Lorenzo

Modified Attack - Variation No. 1 des Schlagzeugers, Komponisten, und elektronischen Instrumentenbauers Levy Lorenzo, verwendet 2 Gaming Controllers, nämlich die Logitech Attack 3 Joysticks, um voraufgenommene Schlagzeug- und Synthesizer-Klänge in Real Time zu bearbeiten.
Levy Lorenzo, born in Bucharest, Filipino-American Levy Marcel Ingles Lorenzo, Jr. works at the intersection of music, art, and technology. On an international scale, his body of work spans custom electronics design, sound engineering, instrument building, installation art, free improvisation, and classical percussion. With a primary focus on inventing new instruments, he prototypes, composes, and performs new electronic music. As an electronic art consultant, Levy designs interactive electronics ranging from small sculptures to large-scale public art installations with artists such as Alvin Lucier, Christine Sun Kim, Ligorano-Reese, and Leo Villareal. As a percussionist, he co-founded the experimental theater/electronics duo Radical 2 with Dennis Sullivan and is a member of the Peter Evans Septet. As a sound engineer, he specializes in the realization and performance of complete electro-acoustic concerts with non-traditional configurations. One of his main engagements is Claire Chase's Density 2036 project. A core member of the acclaimed International Contemporary Ensemble (ICE), he fulfills multiple roles as live sound engineer, electronicist, and percussionist.
Filling a unique niche, Levy is in demand as a freelance designer and artist. His work has been featured at STEIM, Harvestworks, MIT Media Lab, Ensemble Moderne, Darmstadt, Yellow Barn, Pitchfork.com, Slashdot.org, G4TV, Grey Group, Bose, The New York Times, BBC, and Burning Man. An advocate for interdisciplinary arts, he has collaborated with dancers, video artists, public artists, mathematicians, sculptors, architects, and dramaturgs. Bridging the gap between the electronics design cycle and the performance practice of cutting-edge contemporary music, Levy is as equally comfortable wielding a soldering iron as drumsticks and four-mallets. He has fluency navigating hardware schematics and coding in various software environments, as well as interpreting complex musical scores and playing chamber music.
Levy earned degrees as Master of Electrical & Computer Engineering from Cornell University, and Doctor of Musical Arts in Percussion Performance from Stony Brook University. He has given numerous guest workshops and lectures on electronic musical instrument design and teaches at CUNY Hunter College as well as CUNY College of Technology. He recently received commissions from the American Composers Forum and Pringles. In the 2017-18 season, Levy is scheduled to release the iLophone, a new chamber app instrument for iPhone.


Matthias Kaul

Do Nothing, just wait, the singing will start...sooner or later (2013)
für verstärktes Becken und Zahnbürste

Do Nothing, just wait, the singing will start...sooner or later Westliche Kenner der Japanischen Version des Zen Buddhismus werden wissend mit dem Kopf nicken, na klar „ just wait…“ vielerlei Esoteriker werden beglückt sein von einem solchen Titel „ do nothing…“ und wahrscheinlich noch beglückter wenn das Singen beginnt. Es kommt noch schlimmer: ich bewege, um all die Klangveränderungen in diesem Stück zu erreichen meine Hand in 15 Minuten nur 25 cm weiter von links nach rechts, da nicken dann wieder Andere und weitere Philosophien prasseln auf uns nieder.
Ich weiß nicht mehr, wie ich auf diese Art von Klangproduktion gekommen bin, ansonsten muss ich zugeben, dass sich das Stück meines Wissens nach tatsächlich nur mit einer japanischen Zahnbürste spielen lässt. (Matthias Kaul)

Matthias Kaul, geboren 1949 in Hamburg, begann seinen musikalischen Weg sehr jung als extrem aktiver Hörer, wobei die Umgebung (einerseits ein tiefer Kiefernwald in Norddeutschland, andererseits eine Nordseeinsel), in der er aufwuchs, maßgeblich für seinen gesamten kompositorischen Weg war. Ebenso wurden viele seiner frühkindlichen Klangexperimente und Klanginstallationen in späteren Arbeiten ausgearbeitet und veröffentlicht. Den schulischen Musikunterricht mied er, begann aber mit ca. 17 Jahren autodidaktisch Drumset zu  spielen, arbeitete sehr bald in verschiedenen Bands, spielte  Pop, Rock, Jazz, Freejazz und auch Unterhaltungsmusik und trat in deutschen Clubs, Bars, Konzerthallen, auf Open Air Festivals und  im Rundfunk auf. Mit 21 Jahren begann er Noten lesen zu lernen, und nahm Schlagzeugunterricht am Hamburger Konservatorium. Mit 22 Jahren begann er Klavier- und Theorieunterricht am gleichen Institut zu nehmen. Seine schlagzeugerischen Tätigkeiten weiteten sich dann auf das Orchesterspielen aus und als Vibra- und Marimbaphonspieler begann er zappaeske Musiken zu komponieren und aufzuführen. Später studierte er Schlagzeug bei Robert Hinze an der Hamburger Musikhochschule, absolvierte das Orchesterdiplom und dann sein Solistenexamen. Während dieser Zeit wurde er Mitglied des Hamburger Interpreten- und Komponistenkollektivs Hinz- und Kunst und arbeitete an einigen Gemeinschaftskompositionen des Ensembles mit. Die Rockmusiktätigkeiten wurden beendet, stattdessen begann er viele Werke der zeitgenössischen Musik uraufzuführen (H.W. Henze, N.A. Huber usw.). Parallel dazu entstanden die ersten Theater- und Filmmusiken. Außerdem führten ihn einige Reisen nach Afrika, um insbesondere die Kultur der Maasai und Samburu (bei denen er auch sporadisch lebte) kennen zu lernen. Da das dort Erfahrene so sehr von der sogenannten europäischen Hochkultur entfernt war, brauchte es ca. 20 Jahre, bis diese afrikanischen Erfahrungen in seine Arbeiten einfließen konnten. Nach dem Solistenexamen und der Auflösung von Hinz und Kunst machte Kaul eine Zeit lang Straßenmusik und gründete zusammen mit der Flötistin Astrid Schmeling und dem Gitarristen Michael Schröder das Ensemble L’ART POUR L’ART, dem er diverse Stücke widmete und mit dem er konzertierend durch die Welt reiste. Eine stärkere Hinwendung zum Komponieren begann in den letzten Jahren des letzten Jahrtausends durch die Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Improvisatoren Malcolm Goldstein. Goldstein riet Kaul sich mehr dem Komponieren zu widmen.
Er arbeitete zusammen mit Komponisten und Interpreten wie John Zorn, David Moss, Elliott Sharp, Carla Bley, Malcolm Goldstein, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar, Hans Joachim Hespos, Alvin Lucier, u.a. und unternahm als Schlagzeuger und Komponist Tourneen in ganz Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Japan, Korea, Taiwan, Indien und Kanada.
CDs mit seinen Kompositionen erschienen bei Wergo, HAT HUT,  nurnichtnur, u.a..
Er erhielt Kompositionsaufträge von Rundfunkanstalten wie dem DLF, dem HR, dem WDR, dem SR ,von den Opernhäusern in Hamburg, Hannover, Berlin und München; von Ensembles wie one two one, L‘ART POUR L‘ART, Schola Heidelberg, Lucilin, Nomos Quartett; von Festivals wie den Wittener Tagen für neue Kammermusik, dem Festival+ der Bayerischen Staatsoper, Rainy Days Luxemburg und von Institutionen wie Mutemus New York, IMDDarmstadt, und der Arno Schmidt Stiftung.
1999 gründete er gemeinsam mit Astrid Schmeling die vielfach preisgekrönte Kompositionsklasse L’ART POUR L‘ART (Förderpreis Musikvermittlung 2009, Junge Ohren Preis 2011, Klassik-Echo für „Haltbar gemacht“ in der Kategorie „Klassik für Kinder“ 2012, Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für „Haltbar gemacht“ 2012) In Halbjahreskursen werden dort Kinder und Jugendliche von 7 bis 18 Jahren einzeln und in Gruppen unterrichtet, wobei regelmäßig Konzerte stattfinden.
Matthias Kauls Werke umfassen Instrumentalstücke, Musiktheaterstücke, Hörspiele, Installationen, Improvisationskonzepte. Seit Ende seines Studiums arbeitet er entschieden als „freelanced  musician“.

Sarah Nemtsov 

Shadow Drums (2017)
für Schlagzeug, Stimme, Tape und Schattentheater

Ich habe das Stück 2017 geschrieben. Ohne Auftrag. Es war das erste Stück, das ich nach meiner großen (düsteren) Oper "Sacrifice" schrieb und es sollte eigentlich ein neues Orchesterwerk kommen. Manchmal schreibe ich kleiner besetzte Stücke einfach für mich, es ist eine Art „Freischreiben“… Ich konnte mich nach der intensiven Arbeit an der Oper nicht gleich an das Orchsterstück setzen. Ich brauchte etwas dazwischen. Ohne Vorgaben. „Shadow drums“ kam mir einfach in den Sinn - es war gewissermaßen auch eine Hommage an meine Kinder. An meinen Sohn, der Drumset spielt und wenn er keines hat, auf alle möglichen Objekte trommelt und dazu synchron intuitives Beat boxing betreibt (also die Schlagzeug-Klänge nachahmt und „verstärkt“). Und an meine Tochter, die sehr kreativ ist und zu der Zeit gerne Schattenspiele mochte und selbst erfand. Die Komposition ist eine Spielerei, hoch virtuos. Alle Elemente zusammen (Beatboxing, Schlagzeug, Objekte, Schattentheater, Rezitation, Elektronik) ergeben eine eher absurde Konstellation und Melange. Das Absurde interessiert mich sehr. Ein Gedicht von Robert Creeley taucht auf und knüpft daran an, bringt eine weitere (und auch dunklere) Ebene ein – abwegige Veknüpfungen in einem Traum. Das Traumhafte und Absurde ist viel mehr Teil von uns und Teil unseres Lebens, als wir uns (meistens) eingestehen wollen. (Sarah Nemtsov)

Sarah Nemtsov wurde 1980 in Oldenburg geboren. Sie studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann (Meisterschülerexamen mit Auszeichnung). Außerdem absolvierte sie ein Oboen-Studium bei Klaus Becker und Burkhard Glaetzner. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter 2012 den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA und 2013 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin, sowie Stipendien der Villa Serpentara/Italien, der Studienstiftung des deutschen Volkes u.a. 2016 gewann sie den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb, 2018 den Oldenburger Kompositionspreis.
Sie arbeitet mit namhaften Ensembles und Orchestern zusammen (Ensemble Adapter, ensemble mosaik, Neue Vocalsolisten Stuttgart, ensemble recherche, Ensemblekollektiv Berlin, Ascolta, Ensemble InterContemporain, Ensemble Accroche note, l'instant donné, Mivos Quartett, Enseble Vortex, Garage, Asasello Quartett, Lux:NM, Solistenensemble Kaleidoskop u.a.) und ihre Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt (Donaueschinger Musiktage, Ultraschall, MaerzMusik Berlin, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, ECLAT, ISCM World New Music Festival, Festival Musica, Holland Festival, Wien Modern, Klangspuren Schwaz, FRUM Island, Bregenzer Festspiele, Israel Festival oder SPOR Dänemark). Ihre Kammeroper „Herzland“ (2005) wurde 2011 in einer Neuinstrumentierung an der Bayerischen Staatsoper präsentiert. Ihre abendfüllende Oper „L’ABSENCE“ (2006-2008) nach dem „Buch der Fragen“ von Edmond Jabès wurde 2012 bei der Münchener Biennale uraufgeführt. Ihre neue große Oper – „SACRIFICE“ (2016) – wurde im März 2017 am Theater Halle uraufgeführt und erhielt große Resonanz.
2013 erschien eine Portrait-CD in der Reihe Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats und 2018 erschien eine weitere Portrait-CD (Lable W;ff;ERGO). 2014 unterrichtete sie Komposition an der Hochschule für Musik Köln und war als Komponistin für „Erfurts Neue Noten“ über die Spielzeit 2014/2015 mit Werken in drei Sinfoniekonzerten des Philharmonischen Orchesters Erfurt vertreten, 2018 unterrichtet sie als DAAD-Gastdozentin an der Universität Haifa Komposition.
Mehrere ihrer Werke sind bei Peer Music Classical (Hamburg) und ab 2016 bei Ricordi verlegt.
Sarah Nemtsovs Musik ist häufig von der Auseinandersetzung mit Literatur geprägt. Immer wieder versucht sie, die Schwelle zwischen Konzert und Musiktheater auszuloten. Urbanität, Gleichzeitigkeit und chaotische Formen beschäftigen sie in ihren neuesten Kompositionen, in denen auch Elektronik eine wichtige Rolle spielt, wichtiger wird auch das Politische.

Malte Giesen

8th Litany for Heliogabalus (2011)
für Schlagzeug und Live Elektronik

This piece is a part in a cycle of works in which i am exploring the idea of the surrealist concept „ecriture automatique“, which has first been proclaimed by the french author Andre Breton. The idea is not to plan a piece, develop material and create sketches, but to try to „switch off“ the conscious thinking process, letting the subconscious express itself free from personal censorship. For this piece, this means that i improvised a vocal piece of music, recorded it and then transcribed it for drumset. the electronic part is thought as an augmentation of the drumset, giving the piece a higher density and more complex auditive structures. (Malte Giesen)
Malte Giesen studierte Komposition/Computermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Marco Stroppa und Oliver Schneller, es folgten weitere Studien am CNSM Paris bei Gerard Pesson und bei Hanspeter Kyburz an der HfM Berlin. Seit 2014 studiert er Elektroakustische Musik bei Wolfgang Heiniger. Er war Stipendiat der GdF der Musikhochschule Stuttgart, der Oscar und VeraRitter- Stiftung und des Fördervereins der HfM Berlin.
Er ist Preisträger u. a. des Deutschen Musikwettbewerbs Komposi- tion 2009, des Meisterkurses Orchesterkomposition des RSO Stuttgart 2012, des Wettbewerbs Neue Szenen III der Deutschen Oper Berlin 2015 und des Kompositionspreises Carl von Ossietzky der Stadt Oldenburg 2016. Aufführungen im In und Ausland, u. a. durch das RSO des SWR Stuttgart, Sonar Quartett, Quatuor Diotima, Sonic.Art Saxophon-Quartett, Ensemble Ascolta, Ensemble recherche, Ensemble Mosaik, Neue Vocalsolisten Stuttgart, auf diversen Festivals, u.a. Donaueschinger Musiktage, Wien Modern, Klangwerkstatt Berlin.
Jonathan Shapiro wurde 1982 in Washington D.C. geboren und studierte klassisches Schlagzeug an der Manhattan School of Music (New York) sowie an der SUNY Stony Brook (Abschluss als Doctor of the Musical Arts). Darüber hinaus absolvierte er ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Lübeck. Seit 2008 lebt Jonathan Shapiro in Deutschland und engagiert sich international in verschiedenen Formationen für zeitgenössische Musik. So ist er seit 2011 Gründungsmitglied in den Ensembles Decoder (Hamburg) und RADAR (Lübeck). Er erhielt Engagements bei MusikFabrik Köln, Ensemble Resonanz, Zafraan Ensemble, Alarm Will Sound, Signal, Newband, New York Philharmonic, International Ensemble Modern Akademie und Bang on a Can All-Stars. Als gefragter Interpret und ausgewiesener Spezialist für Neue Musik wirkte Shapiro bei zahlreichen Urauführungen mit und arbeitete intensiv mit Komponisten wie Vinko Globokar, Steve Reich, Louis Andriessen, Roger Reynolds, Matthias Spahlinger, Wolfgang Rihm, Alexander Schubert, Simon Steen-Andersen, Brigitta Muntendorf, Sarah Nemtsov, Andrej Koroliov und Leopold Hurt zusammen. Jonathan Shapiro ist „Artist Endorser“ für Black Swamp Percussion, Zildjian Cymbals und Mike Balter Mallets
Zu zwei anregenden Konzerten im Vorfrühling heißen wir Sie mit herzlichen Grüßen willkommen!

Ihre Rainer Rubbert und Martin Daske

Die Unerhörte Musik wird gefördert 
aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Alle Veranstaltungen finden im BKA-Theater, Mehringdamm 34, 10961 Berlin, statt.
Telefon: 030 - 20 22 007
Eintritt: 13,- / 9,- €
Zehnerkarte: 80,- / 60,- € (übertragbar)
Copyright © 2019 Unerhörte Musik All rights reserved.
Sie sind in unserem Verteiler, weil Sie das hoffentlich wollten.

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